Brenner-Vollsperrung am 30. Mai: Stillstand auf der wichtigsten Alpenroute
Am 30. Mai geht am Brenner gar nichts mehr. Die Behörden gaben am Dienstag grünes Licht für eine große Demonstration. Das hat heftige Folgen für alle Reisenden. An diesem Tag bleibt die Autobahn für viele Stunden komplett dicht. Sogar die alte Brennerstraße wird für den Durchzugsverkehr gesperrt. Das gab es in dieser Form noch nie in Tirol. Wer über die Alpen will, braucht an diesem Samstag starke Nerven oder einen Plan B.
Ein Bürgermeister kämpft für seine Gemeinde
Die Gemeinde Gries am Brenner wehrt sich schon lange gegen die Blechlawine. Tag für Tag wälzen sich tausende Fahrzeuge durch das Wipptal. Der Lärm und die Abgase belasten die Bewohner extrem. Bürgermeister Karl Mühlsteiger wollte das nicht länger hinnehmen. Er beantragte die Demo direkt auf der Autobahn.
Früher lehnten die Behörden solche Anträge immer wieder ab. Sie fürchteten das totale Verkehrschaos auf der Nord-Süd-Achse. Doch Mühlsteiger zog vor das Landesverwaltungsgericht und bekam schließlich recht. Das Gericht sieht das Recht auf Versammlungsfreiheit als besonders wertvoll an. Eine Sperre wegen Verkehrsbelastung zu verbieten, wäre laut Urteil widersprüchlich. Die Behörde musste nun klein beigeben und die Demo erlauben.
Totalsperre zwischen Schönberg und Brenner
Die Auswirkungen für Urlauber und Pendler sind gewaltig. Am 30. Mai wird die A13 zwischen 11.00 und 19.00 Uhr komplett gesperrt. Das betrifft beide Fahrtrichtungen zwischen der Mautstelle Schönberg und der Grenze. Aber damit nicht genug. Auch die Brennerstraße (B182) sowie die Ellbögener Straße (L38) bleiben für Durchreisende zu.
Wer hofft, über die Dörfer ausweichen zu können, wird enttäuscht. Nur Einheimische oder Reisende mit einem Ziel direkt im Tal dürfen passieren. Alle anderen bleiben vor verschlossenen Schranken stehen. Die Polizei kontrolliert diese Ausnahme streng. Das Ziel ist klar: Ein Kollaps in den kleinen Orten soll verhindert werden.
Lkw-Verbot und dringende Reisewarnung
Für Fernfahrer wird der Tag noch härter. Das Fahrverbot für schwere Lastwagen beginnt schon um 9.00 Uhr morgens. Transit-Lkw über 7,5 Tonnen müssen dann stehen bleiben. Experten sprechen von einer Maßnahme mit historischer Intensität. So eine drastische Sperre gab es auf dieser Strecke bisher nicht.
Das Land Tirol und die Polizei raten nun zu drastischen Schritten. Man soll Tirol an diesem Tag großräumig umfahren. Wer nicht unbedingt losfahren muss, sollte das Auto lieber stehen lassen. Auch die Tage davor und danach werden wohl sehr staureich. Die Betreiber rechnen mit über 32.000 Fahrzeugen, die an diesem Tag nicht durchkommen. Das bedeutet Frust für zehntausende Reisende in Österreich, Deutschland und Italien. Wer klug ist, nutzt an diesem Wochenende den Zug oder bleibt einfach zu Hause.
Alternative Reiserouten über die Tauern- oder Phyrnautobahn
Wer von Norden kommt und Richtung Adria oder Slowenien will, sollte den Brenner am besten ganz großräumig umfahren. Die Tauernautobahn (A10) ist hier die erste Wahl. Sie führt dich direkt von Salzburg aus Richtung Süden. Aber Vorsicht: Auch hier kann es an Reisewochenenden voll werden.
Liegt dein Ziel eher im Osten Italiens oder in Kroatien? Dann ist die Pyhrnautobahn (A9) die perfekte Ausweichroute. Diese Strecke führt über Graz und entlastet die klassischen Nadelöhre im Westen Österreichs. Beide Routen kosten zwar Maut, sparen dir an diesem speziellen Samstag aber vermutlich viele Nerven.
Die malerische Route über die Felbertauernstraße
Suchst du eine Alternative mit Alpen-Panorama und ohne Autobahn-Hektik? Dann bietet sich die Felbertauernstraße an. Du fährst dabei von Kitzbühel über den Pass Thurn nach Mittersill und dann durch den Felbertauerntunnel nach Osttirol.
Diese Strecke ist besonders für Reisende nach Lienz oder weiter Richtung Venetien attraktiv. Du umgehst den Stau am Brenner stressfrei und genießt dabei noch die Aussicht auf die Hohen Tauern. Beachte aber, dass auch hier eine Tunnelmaut anfällig ist. Für schwere Lastwagen gelten zudem oft gesonderte Regeln, weshalb diese Route vor allem für Pkw-Fahrer ein echter Geheimtipp bleibt.
Zeit einplanen und den Verkehrsfunk nutzen
Egal für welche Route du dich entscheidest: Fahr am 30. Mai am besten schon sehr früh los oder weiche auf den Sonntag aus. Da die Brennerstrecke die wichtigste Verbindung der Alpen ist, werden die Ausweichrouten deutlich voller sein als sonst.
Hör regelmäßig den Radio-Verkehrsfunk oder nutze Navi-Apps mit Echtzeit-Daten. So erkennst du frühzeitig, wenn auch die Alternativen an ihre Grenzen stoßen. Wenn du ganz entspannt reisen willst, lass das Auto stehen und nimm den Zug. Die Bahn fährt nämlich meistens auch dann noch, wenn auf dem Asphalt nichts mehr geht.