Nach Bootsunglück in Venedig: Leiche in der Lagune gefunden – vermutlich vermisste Gabriella Querino
Die tagelange Suche nach Gabriella Querino könnte ein tragisches Ende gefunden haben. Am Dienstagmorgen, 15. September 2026, wurde in der Lagune von Venedig nahe der Insel Campalto eine Leiche entdeckt. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler dürfte es sich um die seit dem schweren Boots-Unfall im Canale di Tessera vermisste 26-Jährige handeln. Die formelle Identifizierung stand am Dienstagvormittag allerdings noch aus. Ihr Ehemann Sean Michieli war bereits am Sonntag an den schweren Verletzungen des Unglücks gestorben.
Seit Samstag hatten Feuerwehr, Carabinieri und weitere Einsatzkräfte nach Gabriella Querino gesucht. Nun gibt es eine Entwicklung, die kaum noch Hoffnung lässt.
Wie Il Gazzettino am Dienstagmorgen berichtet, wurde nahe der Isola di Campalto ein lebloser Körper im Wasser entdeckt.
Ein Passant bemerkte die Leiche und alarmierte die Behörden. Nach den ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich vermutlich um die 26-jährige Gabriella Querino. Eine abschließende Identifizierung war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch noch nicht erfolgt.
Identität noch nicht offiziell bestätigt
Gerade bei einer derart tragischen Nachricht ist diese Unterscheidung wichtig.
Il Gazzettino titelt zwar bereits mit dem Fund von Gabriella Querino, weist im Untertitel jedoch selbst darauf hin, dass die Identifizierung noch aussteht.
Deshalb sollte derzeit noch nicht uneingeschränkt davon gesprochen werden, dass Gabriella zweifelsfrei gefunden wurde.
Die bisherigen Umstände und die ersten Einschätzungen der Ermittler deuten offenbar stark darauf hin. Die endgültige Bestätigung durch die zuständigen Behörden bleibt jedoch abzuwarten.
Seit Samstag in der Lagune vermisst
Gabriella Querino war seit dem frühen Morgen des 12. September verschwunden.
Die 26-Jährige war nach den bisherigen Ermittlungen gemeinsam mit ihrem Ehemann Sean Michieli mit einem kleinen Boot in der venezianischen Lagune unterwegs.
Das Paar lebte auf Burano. Sean arbeitete als Fischer und Vongole-Fischer und kannte die Gewässer der Lagune gut.
Kurz vor beziehungsweise gegen 5.30 Uhr kam es im Canale di Tessera nahe der gleichnamigen Insel zu einer schweren Kollision mit einem Wassertaxi.
Das kleine Boot wurde bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt und sank.
Sean Michieli wurde schwer verletzt gerettet
Sean Michieli konnte nach dem Unfall aus dem Wasser geborgen werden.
Der 25-Jährige hatte jedoch schwerste Verletzungen erlitten. Er wurde bewusstlos in das Ospedale dell’Angelo in Mestre gebracht und dort operiert.
Sein Zustand blieb äußerst kritisch.
Am Sonntagabend stellte die medizinische Kommission des Krankenhauses schließlich seinen Tod fest. Rai berichtete, dass Michieli nach dem Unfall das Bewusstsein nicht wiedererlangt hatte.
Für seine Ehefrau begann unterdessen eine immer größere Suchaktion.
Tagelange Suche mit Tauchern, Sonar und Hubschrauber
Feuerwehrtaucher durchsuchten den Bereich rund um die Unfallstelle bereits unmittelbar nach dem Zusammenstoß.
Später weiteten die Einsatzkräfte die Suche auf größere Teile der Lagune aus.
Am Montag arbeiteten Feuerwehrtaucher vor der Insel Tessera. Zusätzlich kam ein Boot aus Padua mit einem Sonargerät zur Untersuchung des Lagunenbodens zum Einsatz.
Auch ein Feuerwehrhubschrauber suchte das Gebiet aus der Luft ab. Die Carabinieri sicherten und unterstützten die Maßnahmen.
Die Bedingungen in der venezianischen Lagune machten die Suche schwierig. Trübes Wasser, Gezeiten und Strömungen erschweren die Sicht und können den möglichen Suchbereich erheblich vergrößern.
Bis Montagabend blieb die Suche ohne Ergebnis.
Fund mehrere Kilometer von der Unfallstelle entfernt möglich
Die Insel Campalto liegt in der nördlichen beziehungsweise zentralen Lagune zwischen dem Festland bei Mestre und Venedig.
Sollte sich bestätigen, dass die am Dienstagmorgen gefundene Person tatsächlich Gabriella Querino ist, müssen die Ermittler auch rekonstruieren, wie sie von der Unfallstelle in diesen Bereich gelangte.
Dabei können Strömungen und Gezeiten in den Tagen nach einem Unfall eine wesentliche Rolle spielen.
Über die genaue Position des Fundortes und darüber, ob sich daraus Rückschlüsse auf den Unfallablauf ziehen lassen, liegen derzeit noch keine belastbaren Angaben vor.
Junges Paar hatte erst vor wenigen Monaten geheiratet
Die Tragödie ist auch deshalb besonders erschütternd, weil Sean und Gabriella erst seit wenigen Monaten verheiratet waren.
Gabriella stammte aus Brasilien und lebte mit Sean auf Burano.
Der junge Fischer stammte ursprünglich aus dem Raum Cavallino-Treporti und arbeitete in der Lagune.
Nach Aussagen aus dem Umfeld der Familie begleitete Gabriella ihren Mann häufig bei seinen Fahrten. Am Morgen des Unglücks waren die beiden offenbar erneut gemeinsam unterwegs.
Ermittlungen gegen Fahrer des Wassertaxis
Parallel zu den Suchmaßnahmen ermittelt die Staatsanwaltschaft zur Ursache des Zusammenstoßes.
Nach dem Tod Sean Michielis läuft das Verfahren wegen des Verdachts auf „omicidio nautico“, also fahrlässige Tötung im Schiffsverkehr. Der Fahrer des beteiligten Wassertaxis wurde als Beschuldigter in das Verfahren aufgenommen.
Das ist bei einem Unfall mit Todesfolge zunächst ein Ermittlungsverfahren und bedeutet keine Feststellung einer Schuld.
Die Ermittler müssen unter anderem klären, welche Kurse die beiden Boote fuhren, wie schnell sie unterwegs waren und welche Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt herrschten.
Der Unfall ereignete sich noch vor Sonnenaufgang.
Wassertaxi-Fahrer blieb unverletzt
Der Fahrer des Wassertaxis hatte die Kollision unverletzt überstanden.
Nach bisherigen Berichten befanden sich keine Fahrgäste an Bord des Taxis.
Seine Aussagen gehören zu den wichtigsten Grundlagen für die Rekonstruktion, weil Sean Michieli nach dem Zusammenstoß nicht mehr ansprechbar war und Gabriella verschwand.
Daneben untersuchen die Ermittler die Schäden an den beteiligten Booten und weitere technische Spuren.
Erst daraus wird sich möglicherweise rekonstruieren lassen, was in den Sekunden unmittelbar vor dem Zusammenstoß geschah.
Eine Tragödie, die Venedig seit Tagen beschäftigt
Seit Samstag verfolgte ganz Venedig die Suche nach der jungen Frau.
Noch am Montag arbeiteten die Einsatzkräfte mit großem Aufwand weiter. Feuerwehrtaucher, Sonartechnik und Luftaufklärung sollten jeden möglichen Hinweis liefern.
Mit dem Fund am Dienstagmorgen hat sich die Situation nun grundlegend verändert.
Sollten die ersten Einschätzungen der Ermittler bestätigt werden, hätte das Unglück beide jungen Eheleute das Leben gekostet.
Sean Michieli wurde nur 25 Jahre alt.
Gabriella Querino ist 26 Jahre alt.
Nun muss die Identifizierung Gewissheit bringen
Die entscheidende Bestätigung steht am Dienstagvormittag noch aus.
Il Gazzettino berichtet zwar, dass die ersten Ermittlungen darauf hindeuten, dass es sich bei der gefundenen Frau um Gabriella Querino handelt. Gleichzeitig weist die Zeitung ausdrücklich darauf hin, dass die Identifizierung noch erfolgen muss.
Bis diese abgeschlossen ist, sollte deshalb weiterhin ausdrücklich von einer vermutlichen Identifizierung gesprochen werden.
Sollte die Identität offiziell bestätigt werden, endet eine dreitägige, intensive Suche in der Lagune auf denkbar tragische Weise.
Für die Familien und Freunde von Sean und Gabriella wäre es die Gewissheit, vor der sie seit dem Unfall am Samstagmorgen gefürchtet haben.
Stand: Dienstag, 15. September 2026, 10.00 Uhr. In der Lagune nahe Campalto wurde eine Leiche entdeckt. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich vermutlich um Gabriella Querino. Die offizielle Identifizierung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.