The Venice Glass Week 2026: Venedig feiert zehn Jahre Glaskunst mit 236 Veranstaltungen
Venedig wird im September wieder zum internationalen Zentrum der Glaskunst. Vom 12. bis 20. September 2026 feiert „The Venice Glass Week“ ihre zehnte Ausgabe. Neun Tage lang stehen Venedig, Murano und Mestre ganz im Zeichen eines der wichtigsten Kulturgüter der Lagunenstadt. Das Jubiläumsprogramm ist so umfangreich wie nie zuvor: 236 Veranstaltungen an 140 verschiedenen Orten, 311 Teilnehmer und Bewerbungen aus 57 Ländern machen die zehnte Ausgabe zu einem internationalen Großereignis.
Was 2017 mit dem Ziel begann, das venezianische Glashandwerk stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, hat sich innerhalb eines Jahrzehnts zu einem der wichtigsten internationalen Festivals seiner Art entwickelt.
The Venice Glass Week bringt traditionelle Glasmeister, historische Manufakturen, zeitgenössische Künstler, Designer, Museen, Galerien und Besucher aus aller Welt zusammen. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich darum, die große Vergangenheit des Murano-Glases zu präsentieren. Im Mittelpunkt steht ebenso die Frage, wie dieses jahrhundertealte Handwerk weiterentwickelt werden kann.
Die zehnte Ausgabe findet vom Samstag, 12. September, bis Sonntag, 20. September 2026 statt. Die Stadt Venedig spricht von einer Veranstaltung, die innerhalb von zehn Jahren kontinuierlich gewachsen und immer internationaler geworden ist.
236 Veranstaltungen an 140 Orten
Schon die Zahlen zeigen, welchen Umfang The Venice Glass Week inzwischen erreicht hat.
Für 2026 sind insgesamt 236 Veranstaltungen in 140 Veranstaltungsorten angekündigt. Daran beteiligen sich 311 Künstler, Designer, Unternehmen, Institutionen und weitere Akteure.
Das Programm umfasst 111 Ausstellungen und Installationen, 45 Eröffnungen und Empfänge, 27 Konferenzen, Vorträge und Preisverleihungen, 19 Workshops, 16 Vorführungen, 13 Führungen sowie vier Filmvorführungen beziehungsweise Aufführungen und eine Freizeitaktivität.
Damit ist die Glass Week keine einzelne Ausstellung, die Besucher an einem Nachmittag abhaken können. Das Festival verteilt sich über die gesamte Stadt und insbesondere über Murano.
Wer sich wirklich mit dem Thema beschäftigen möchte, kann daraus problemlos ein mehrtägiges Programm zusammenstellen.
Murano wird zum Mittelpunkt der Glaswelt
Natürlich führt während der Venice Glass Week kaum ein Weg an Murano vorbei.
Die Insel ist seit Jahrhunderten untrennbar mit der venezianischen Glaskunst verbunden. Während des Festivals öffnen sich zahlreiche Ateliers, Galerien, Werkstätten und andere Einrichtungen einem internationalen Publikum.
Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Veranstaltung aus.
Besucher begegnen nicht nur fertigen Kunstwerken hinter Museumsglas. An vielen Orten geht es auch um die Herstellung, das handwerkliche Können und die Weitergabe von Techniken.
Ausstellungen treffen auf Vorführungen, zeitgenössisches Design auf traditionelle Produktionsmethoden und internationale Künstler auf die Erfahrung der Glasmacher von Murano.
Damit zeigt die Glass Week eindrucksvoll, dass Murano-Glas kein abgeschlossenes Kapitel venezianischer Geschichte ist.
Höhepunkt: Murano Illumina il Mondo auf dem Markusplatz
Zu den wichtigsten Veranstaltungen gehört auch 2026 wieder „Murano Illumina il Mondo“.
Das Projekt geht in seine vierte Ausgabe und beginnt am 13. September 2026. Anders als die eigentliche Glass Week endet es nicht bereits am 20. September, sondern kann noch bis zum 1. November 2026 besucht werden.
Schauplatz ist einer der prominentesten Orte Venedigs: der Markusplatz.
Unter den Bögen der Procuratie Vecchie werden zwölf eigens geschaffene Lichtinstallationen präsentiert. Internationale Künstler und Designer arbeiten dafür mit einigen der renommiertesten Glasmanufakturen und Glasmeistern von Murano zusammen.
Das Ergebnis soll traditionelle venezianische Glaskunst und zeitgenössisches Design miteinander verbinden.
Im Mittelpunkt steht dabei ein Objekt, das wie kaum ein anderes mit Murano verbunden ist: der Kronleuchter.
Die zwölf Arbeiten interpretieren diese traditionelle Form jedoch völlig neu.
Norman Foster gehört zu den beteiligten Designern
Auch die Namen einiger beteiligter Künstler und Designer zeigen die internationale Bedeutung des Projekts.
Für die Ausgabe 2026 wurden unter anderem Norman Foster, Cerith Wyn Evans, Bethan Laura Wood und Pierre Charpin angekündigt. Sie entwickeln ihre Arbeiten gemeinsam mit spezialisierten Betrieben und Glasmeistern aus Murano.
Gerade diese Zusammenarbeit ist ein zentrales Element von „Murano Illumina il Mondo“.
Ein internationaler Künstler liefert nicht einfach einen Entwurf, der irgendwo produziert wird. Die Werke entstehen im Dialog mit den Menschen, die die jahrhundertealten Techniken des Murano-Glases beherrschen.
Bei manchen Installationen wird genau diese Weitergabe des Wissens selbst zum Thema.
So besteht etwa Arthur Duffs Arbeit „Hand under hand“ aus 19 übereinanderliegenden Glasplatten. Die wiederkehrende Form einer geöffneten Hand wird dabei zum Symbol für handwerkliche Arbeit und für das Wissen, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.
Der Markusplatz wird zur nächtlichen Ausstellung
Für Besucher ist „Murano Illumina il Mondo“ besonders reizvoll, weil die Kunstwerke nicht in einem klassischen Museum gezeigt werden.
Die Installationen befinden sich direkt im öffentlichen Raum auf der Piazza San Marco.
Licht, Glas, die Architektur der Procuratie und die besondere Atmosphäre des Markusplatzes werden damit Teil der Ausstellung.
Wer während der Glass Week abends durch Venedig spaziert, sollte den Markusplatz deshalb unbedingt in seine Route aufnehmen.
Und wer erst nach dem eigentlichen Festival nach Venedig kommt, hat noch bis zum 1. November Gelegenheit, die zwölf Installationen zu sehen.
Junge Glaskünstler bekommen eine eigene Bühne
The Venice Glass Week beschäftigt sich nicht nur mit berühmten Designern und etablierten Manufakturen.
Ein wichtiges Element ist die Förderung einer neuen Generation von Künstlern.
Dafür gibt es 2026 erneut den The Venice Glass Week HUB Under35.
In der Galleria di Piazza San Marco werden Arbeiten von 39 internationalen Künstlern gezeigt. Insgesamt umfasst die Ausstellung 52 Werke.
Die Eröffnung findet am 12. September um 12 Uhr statt. Anschließend ist die Ausstellung vom 13. bis 20. September täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Gerade diese Ausstellung dürfte für Besucher interessant sein, die sehen möchten, wie junge Künstler mit Glas experimentieren.
Denn hier steht nicht zwangsläufig die klassische Vorstellung von venezianischem Glas im Mittelpunkt. Das Material wird vielmehr für neue Formen, Installationen und künstlerische Aussagen eingesetzt.
Tradition trifft internationale Gegenwart
Wie international die Veranstaltung inzwischen geworden ist, zeigt ein weiterer Wert besonders deutlich.
Für die Ausgabe 2026 gingen Bewerbungen aus 57 Ländern ein.
Neben Italien sind praktisch alle Teile Europas vertreten. Hinzu kommen Bewerbungen aus Ländern wie Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, China, Japan, Indien, Mexiko, Neuseeland, Katar, Südkorea, Taiwan, den Vereinigten Staaten und Venezuela.
Aus einem Festival rund um venezianisches Glas ist damit eine internationale Plattform entstanden.
Venedig und Murano sind weiterhin das Zentrum. Gleichzeitig wird das Material Glas aus sehr unterschiedlichen kulturellen Perspektiven betrachtet.
Glas verbindet Murano mit Tansania
Wie weit dieser internationale Austausch reichen kann, zeigt beispielsweise das Projekt „Glass Bridge. From Murano to the World: Glass as an Act of Cooperation“.
Die Initiative verbindet die jahrhundertealte Glastradition von Murano mit der Werkstatt Shanga in Arusha in Tansania.
Im Mittelpunkt steht die Weitergabe von handwerklichem Wissen. Aus einem ursprünglichen Workshop entwickelte sich eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen Murano und Tansania.
Das Projekt wird während der gesamten Glass Week in der Scuola del Vetro Abate Zanetti auf Murano präsentiert. Der Eintritt ist kostenlos, allerdings ist eine Reservierung erforderlich.
Solche Projekte zeigen, dass die Veranstaltung den Begriff Tradition bewusst weit fasst.
Es geht nicht darum, eine historische Technik unverändert zu konservieren. Wissen soll weitergegeben, neu interpretiert und mit anderen Kulturen verbunden werden.
Zahlreiche Veranstaltungen sind kostenlos
Für Venedig-Besucher ist ein weiterer Punkt interessant: Viele Angebote der Glass Week können kostenlos besucht werden.
Andere Veranstaltungen sind kostenpflichtig oder ausschließlich auf Einladung zugänglich.
Das hängt jeweils vom Veranstalter und vom einzelnen Programmpunkt ab.
Auf der offiziellen Internetseite gibt es deshalb eine interaktive Karte. Dort lassen sich die Veranstaltungen unter anderem nach Datum, Kategorie, Gebiet und Eintrittsart filtern. Besucher können beispielsweise gezielt nach kostenlosen Veranstaltungen suchen.
Das ist angesichts von 236 Programmpunkten sehr hilfreich.
Wer nur einen Tag in Venedig verbringt, sollte sich vorher eine kleine persönliche Route zusammenstellen.
Ausstellungen in historischen Palästen, Galerien und Glaswerkstätten
Gerade die Veranstaltungsorte machen einen großen Teil des Reizes aus.
Die Glass Week verteilt sich nicht auf ein einzelnes Messegelände. Kunstwerke tauchen vielmehr an sehr unterschiedlichen Orten auf.
Museen und Stiftungen beteiligen sich ebenso wie Galerien, Ateliers, Werkstätten, Hochschulen, Showrooms und Glasmanufakturen.
Dadurch lässt sich das Festival hervorragend mit einem normalen Aufenthalt in Venedig verbinden.
Wer ohnehin durch San Marco, Dorsoduro oder Castello spaziert, findet dort Veranstaltungen. Wer sich intensiver mit der traditionellen Glasproduktion beschäftigen möchte, fährt nach Murano.
Auch Mestre gehört zum offiziellen Festivalgebiet.
Glaskunst zwischen Vergangenheit und Zukunft
Die Stadt Venedig sieht in der zehnten Ausgabe mehr als nur ein Jubiläum.
Bürgermeister Simone Venturini beschreibt Glas als ein Material, das Venedig besonders gut verkörpere.
Es entsteht aus extremer Hitze und ist zunächst formbar. Erst Erfahrung, Handwerk, Kreativität und Zeit geben ihm seine endgültige Gestalt.
Gerade darin sieht die Stadt eine Parallele zu Venedig selbst.
Für die Zukunft sei entscheidend, nicht nur historische Werke zu bewahren. Ebenso wichtig sei es, Wissen an junge Menschen weiterzugeben, Glasmeister und Betriebe zu unterstützen und neue Formen der Gestaltung zu ermöglichen.
Diese Aussage trifft den Kern der Glass Week ziemlich genau.
Murano kann langfristig nur dann als Zentrum der Glaskunst bestehen, wenn die Öfen weiter betrieben werden und es Menschen gibt, die das Handwerk erlernen.
Murano-Glas soll lebendige Tradition bleiben
Die Organisatoren verfolgen dieses Ziel bereits seit der ersten Ausgabe im Jahr 2017.
Damals sollte die Aufmerksamkeit wieder stärker auf venezianisches Glas gelenkt werden – auf seine künstlerische, kulturelle, aber ebenso auf seine wirtschaftliche Bedeutung.
Zehn Ausgaben später ist daraus eine Veranstaltung mit weltweiter Strahlkraft geworden.
Dabei treffen zwei Welten aufeinander, die sich keineswegs widersprechen müssen: jahrhundertealte Handwerkskunst und moderne Gestaltung.
Genau das macht den Besuch auch für Menschen interessant, die sich normalerweise nicht intensiv mit Glas beschäftigen.
Man muss kein Sammler oder Kunstexperte sein, um einem Glasmeister bei der Arbeit zuzusehen oder eine außergewöhnliche Lichtinstallation auf dem Markusplatz faszinierend zu finden.
Ein guter Anlass für einen Ausflug nach Murano
Wer während der Glass Week in Venedig Urlaub macht, sollte die Gelegenheit für einen Besuch auf Murano nutzen.
Gerade während des Festivals lässt sich die Insel von einer Seite erleben, die über die üblichen Souvenirgeschäfte hinausgeht.
Ausstellungen, Vorführungen und Workshops ermöglichen einen tieferen Einblick in die tatsächliche Bedeutung der Glasproduktion.
Dabei lohnt es sich, nicht nur die Hauptwege rund um die Vaporetto-Haltestellen abzulaufen. Viele Werkstätten und kleinere Veranstaltungsorte liegen etwas abseits der klassischen Besucherströme.
Mit dem offiziellen Veranstaltungsplan lässt sich bereits vor der Fahrt eine Route zusammenstellen.
Das komplette Programm ist online verfügbar
Bei 236 Veranstaltungen wäre eine vollständige Aufzählung kaum sinnvoll.
Die Veranstalter stellen deshalb sowohl das komplette Programm als auch eine interaktive Karte zur Verfügung.
Dort können Besucher gezielt auswählen, an welchem Tag, in welchem Teil der Stadt und welche Art von Veranstaltung sie besuchen möchten. Auch kostenlose Angebote lassen sich herausfiltern.
Zum offiziellen Programm der Venice Glass Week 2026
Wer mehrere Tage in Venedig verbringt, sollte das Programm unbedingt vorab durchsehen. Einige Workshops und Führungen benötigen eine Reservierung, während zahlreiche Ausstellungen spontan und kostenlos besucht werden können.
The Venice Glass Week 2026 auf einen Blick
Die 10. The Venice Glass Week findet vom 12. bis 20. September 2026 in Venedig, Murano und Mestre statt. Insgesamt gibt es 236 Veranstaltungen an 140 Orten mit 311 Teilnehmern. Bewerbungen kamen aus 57 Ländern.
Der große Höhepunkt „Murano Illumina il Mondo“ beginnt am 13. September auf dem Markusplatz und läuft über die Glass Week hinaus bis zum 1. November.
Viele Veranstaltungen sind kostenlos, für einige Führungen und Workshops ist jedoch eine vorherige Reservierung notwendig.
Mehr als ein Festival für Glasliebhaber
Die zehnte Ausgabe der Venice Glass Week dürfte auch für ganz normale Venedig-Besucher spannend sein.
Denn kaum ein anderes Material ist so eng mit der Geschichte der Lagunenstadt verbunden wie Glas.
Während dieser neun Tage wird diese Geschichte jedoch nicht nur in Museen erzählt. Sie begegnet Besuchern in Werkstätten auf Murano, in kleinen Galerien, historischen Palästen, zeitgenössischen Installationen und schließlich mitten auf dem Markusplatz.
Genau darin liegt die Stärke der Veranstaltung.
The Venice Glass Week zeigt, dass Murano-Glas nicht nur ein Souvenir und auch kein Relikt vergangener Jahrhunderte ist. Es ist ein lebendiges Handwerk, ein Wirtschaftszweig und gleichzeitig ein Material, mit dem Künstler aus aller Welt immer wieder etwas völlig Neues schaffen.
Zum zehnten Jubiläum wird Venedig vom 12. bis 20. September 2026 dafür einmal mehr zur internationalen Hauptstadt des Glases.