Einwohnerverlust in Venedig 2025: Die Stadt schrumpft weiter
Neue Zahlen zeigen ein altes Problem
Venedig zählt wieder seine Einwohner. Am 8. Januar wurden die städtischen Portale nach Protesten reaktiviert. Die aktuellen Daten sorgen erneut für Ernüchterung. Im Jahr 2025 hat Venedig weitere 850 Einwohner verloren. Der Trend setzt sich damit nahtlos fort. Hoffnung auf eine Wende bleibt aus.
Das historische Zentrum verliert weiter Bewohner
Besonders stark trifft es das historische Zentrum. Ende 2024 lebten dort noch rund 48.500 Menschen. Anfang 2026 lag die Zahl nur noch bei 47.652. Venedig verliert damit weiter sein soziales Herz. Immer weniger Menschen wohnen dauerhaft zwischen Kanälen und Palazzi.
Die Entwicklung zeigt keine kurzfristige Schwankung. Sie folgt einem Muster, das sich seit Jahren verfestigt hat. Wohnungen dienen zunehmend dem Tourismus. Für Familien oder junge Menschen fehlt bezahlbarer Raum.
Auch die Inseln leeren sich spürbar
Nicht nur das Zentrum kämpft mit Abwanderung. Auch die Inseln und der Lido verlieren Bewohner. Die gesamte Lagunenregion zählt nur noch 73.215 Einwohner. Ende 2024 waren es noch über 74.400. Zwei Jahre zuvor lebten sogar mehr als 75.000 Menschen dort.
Innerhalb von zwei Jahren verschwanden über 2.000 Einwohner aus der Lagune. Diese Zahl wirkt klein, doch sie verändert das tägliche Leben massiv. Schulen schließen. Geschäfte geben auf. Nachbarschaften verlieren ihre Struktur.
Mestre und Marghera wachsen leicht
Ganz anders zeigt sich die Lage auf dem Festland. Mestre und Marghera verzeichnen erneut ein leichtes Wachstum. Die Einwohnerzahl stieg auf 178.493. Dieser Zuwachs hängt stark mit Zuwanderung zusammen.
Der Anteil ausländischer Bewohner liegt inzwischen bei über 17 Prozent. In einigen Vierteln erreicht er sogar mehr als 28 Prozent. Viele Menschen finden hier noch Arbeit und bezahlbaren Wohnraum.

Wohnen bleibt der entscheidende Faktor
Der Rückgang in der Lagune hängt kaum mit Sterbefällen zusammen. Venedig zieht schlicht zu wenige neue Bewohner an. Der Wohnungsmarkt blockiert jede positive Entwicklung. Mietwohnungen fehlen fast komplett. Kaufpreise schrecken selbst gut verdienende Interessenten ab.
Ohne klare Wohnpolitik wird sich dieser Trend nicht ändern. Die Stadt braucht Menschen, keine leeren Fassaden.
Langfristiger Blick zeigt dramatische Verluste
Seit 2004 verlor der gesamte Stadtbezirk rund 20.000 Einwohner. Seit 2015 waren es etwa 12.000. Kurzfristige Erholungen auf dem Festland ändern nichts am Gesamtbild. Venedig schrumpft weiter.
Die neuen Zahlen liefern keine Überraschung. Sie liefern jedoch einen klaren Auftrag. Ohne mutige Entscheidungen droht Venedig, seine Bewohner endgültig zu verlieren.
Tabelle und Informationen stammen von der Pro-Venedig-Seite https://www.venessia.com/